Hochwasser KölnPegel Köln · Messung und Vorhersage
Pegel Köln118 cm→ gleichbleibendHöchstwert Vorhersageheute, 29.10., 15:00 Uhr121 cmHochwasserab 450 cm – noch 332 cmStand 11:15 Uhr

Ratgeber · Sicherheit

Hochwasserschutz Köln: Mauern, mobile Wände, Hubtor

Wie Köln sich vor dem Rhein schützt: feste und mobile Wände, das Hubtor Rodenkirchen, Schutzziele bis 11,90 m und was in den Hochwasserschutzzonen gilt.

5 Min. LesezeitAktualisiert 29.10.202610 Quellen

Alt St. Maternus am Rheinufer in RodenkirchenBildnachweis: Foto: Chris06 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons
Alt St. Maternus und das Rheinufer in Rodenkirchen

Köln schützt rund 70 km Rheinufer gegen Hochwasser. Ein Teil davon sind feste Mauern und Deiche, ein anderer Teil wird erst aufgebaut, wenn der Rhein steigt. Wer an der Altstadt, in Rodenkirchen oder in Zündorf wohnt, arbeitet oder parkt, merkt das spätestens, wenn Absperrungen und Stahlstützen auftauchen. Dieser Beitrag erklärt, wie das System aufgebaut ist, bis zu welchem Pegel es schützt – und welche Regeln dann für dich gelten.

Live · Pegel Köln

118 cm

→ gleichbleibend (±0 cm in 30 Min.)

Vorhersage-Höchststand heute, 29.10., 15:00 Uhr: 121 cm

Stand 29.10.2026, 11:15 Uhr · Zum Live-Pegel

Ein Konzept aus den Neunzigerjahren

Nach den beiden Hochwassern von 1993 und 1995 entwickelte Köln laut Stadtentwässerungsbetrieben Köln (StEB) einen kommunalen Aktionsplan. Im Februar 1996 beschloss der Rat das Hochwasserschutzkonzept einstimmig. Die baulichen Maßnahmen wurden laut StEB im Jahr 2008 fertiggestellt; beim Hochwasser im Januar 2011 kamen die neuen Schutzeinrichtungen zum ersten Mal im Ernstfall zum Einsatz.

Die Ziele des Aktionsplans nennen die StEB so:

  • weniger Schadenspotenzial in überschwemmungsgefährdeten Gebieten,
  • besserer Schutz für Menschen, Sachgüter und sensible Einrichtungen wie Chemiebetriebe, Krankenhäuser, Altenheime und Zoos,
  • ein besseres Hochwasser- und Katastrophenmanagement,
  • ausreichende Information der Bevölkerung,
  • gleicher Schutz für alle Anlieger des Rheins,
  • die Einbindung in den überregionalen und internationalen Hochwasserschutz.

Heute umfasst der Hochwasserschutz circa 70 km Rheinuferlänge. Fast 11 km davon sind mobile Wände.

Feste Bauwerke und mobile Wände

Die StEB unterscheiden zwischen festen und mobilen Schutzbauwerken. Zu den festen gehören das Hubtor in Köln-Rodenkirchen und die Hochwasserschutzwände entlang des Rheins, zum Beispiel am Kennedy-Ufer in Deutz, im Rheingarten der Altstadt und auf dem Marktplatz in Porz-Zündorf. Diese festen Wände lassen sich mit mobilen Elementen erhöhen.

Mobile Wände bestehen laut den Hochwasserschutzzonenverordnungen der Stadt Köln aus Stützen und Dammbalken, die die StEB im Hochwasserfall an fest vorgegebenen Standorten entlang des Rheinufers aufbauen. Sie werden dort eingesetzt, wo aus städtebaulichen Gründen keine feste Wand gebaut werden konnte. Das bekannteste Beispiel ist die Altstadt: Dort sollte die Sichtbeziehung zum Rhein erhalten bleiben.

Die Bauwerke greifen gestaffelt ineinander

Die festen und mobilen Bauwerke werden laut StEB abhängig vom Rheinwasserstand nacheinander geschlossen:

  1. 6,80 m – das Hubtor in Rodenkirchen wird geschlossen.
  2. 7,00 m – im Rodenkirchener Auenviertel werden erste mobile Wände aufgebaut.
  3. 8,60 m – erste Zugänge in der Hochwasserschutzmauer im Rheingarten der Altstadt sind mit mobilen Elementen geschlossen.
  4. 8,80 m – die mobile Hochwasserschutzwand auf dem Marktplatz in Porz-Zündorf muss aufgebaut sein.
  5. 10,00 m – die Tore der festen Hochwasserschutzwand am Kennedy-Ufer auf Höhe des Rheinboulevards in Deutz sind geschlossen.

Auf ihrer Seite zum Verhalten im Ernstfall schreiben die StEB außerdem, dass ab etwa 5,70 m mobile Schutzwände aufgebaut werden müssen. Der Aufbau beginnt also deutlich vor den Stufen, an denen eine Wand fertig sein muss.

Schutz unter der Erde

Hochwasserschutz in Köln findet zu einem großen Teil im Kanalnetz statt. Steigt der Rhein, könnte er über die Auslässe der Kanalisation in die Stadt drücken. Deshalb beginnen die ersten Maßnahmen laut StEB schon bei 4,50 m Kölner Pegel im Kanalnetz.

Die Abflusssteuerzentrale der StEB überwacht und steuert das gesamte Kanalnetz. Ab 7,00 m Kölner Pegel ist sie rund um die Uhr besetzt. Abhängig vom Rheinpegel werden bis zu 900 Schieber gesteuert; insgesamt setzen die StEB bis zu 1.100 Schutzmaßnahmen im Kanalnetz um. Dazu kommen Hochwasserpumpwerke – laut Stufentabelle fünf bei 6,00 m, zwölf bei 7,00 m, 22 bei 8,00 m und 24 bei 10,70 m.

Retentionsräume: Platz für das Wasser

Neben Wänden und Deichen setzt Köln auf Retentionsräume – Flächen, die bei Hochwasser gezielt geflutet werden und Rheinwasser zwischenspeichern. Ein Beispiel ist laut StEB der gesteuerte Retentionsraum Köln-Porz-Langel / Niederkassel-Lülsdorf, der 2009 in Betrieb ging. Auf rund 160 Hektar kann er bis zu fünf Millionen Kubikmeter Rheinwasser aufnehmen. Die StEB vergleichen das mit etwa 2.000 olympischen Schwimmbecken. Ein weiterer Retentionsraum neben der Ortslage Köln-Worringen wird laut StEB geplant und gebaut.

Retentionsräume können Hochwasserspitzen senken oder verzögern. Bei extremen Ereignissen gewinnen sie laut StEB wertvolle Zeit für Rettung und Evakuierung – besonders in stark gefährdeten Stadtbereichen wie dem Kölner Norden.

Bis zu welchem Pegel schützt das System?

Für die Abschnitte mit mobilen Anlagen hat die Stadt Köln Hochwasserschutzzonenverordnungen erlassen. Die StEB listen 15 davon, von Worringen im Norden bis Godorf-Sürth im Süden. Jede nennt in ihrer Präambel ein Schutzziel am Kölner Pegel:

  • 10,70 m – Zündorf-Markt (Verordnung vom 29.05.2008)
  • 11,30 m – unter anderem Altstadt Süd – Altstadt Nord, Uferstraße/Auenweg Rodenkirchen, Rodenkirchen Leinpfad, Marienburg–Bayenthal, Weißer Bogen, Godorf-Sürth, Westhoven, Langel–Zündorf, Deutz–Stammheim und Theodor-Heuss-Ring bis Ölhafen
  • 11,90 m – Poll – Rheinpark Deutz (30.08.2017) und Worringen (09.07.2010)

Zum Vergleich: Der höchste gemessene Stand seit Beginn der Aufzeichnung waren 10,70 m im Jahr 1926.

Wie das konkret geht, steht im Beitrag Verhalten und Vorsorge bei Hochwasser in Köln.

Was in den Hochwasserschutzzonen gilt

Während des Einsatzes gelten an den mobilen Wänden zwei Zonen. Am Beispiel der Verordnung für die Altstadt (09.07.2010):

Schutzzone I (Sperrzone) – ein Streifen von mindestens drei bis höchstens fünf Metern beiderseits der Wand. Hier gilt vom Beginn des Aufbaus bis zum endgültigen Abbau:

  • Abgestellte Fahrzeuge, auch Wohnwagen und Anhänger, sind unverzüglich zu entfernen. Sonst lässt die Stadt sie auf Kosten der Halter entfernen und sicherstellen.
  • Bewegliche Gegenstände wie Mülltonnen, Fahrräder oder Gartenmöbel sind zu entfernen oder gegen Wegschwimmen zu sichern.
  • Öltanks sind gegen Aufschwimmen zu sichern, wassergefährdende Stoffe zu entfernen.
  • Personen und Tiere dürfen die Zone nicht betreten, das Befahren ist verboten.

Schutzzone II (Gefahrenzone) – in der Altstadt ein Streifen entlang des Ufers von der mobilen Schutzwand am Bayenturm bis zur Bastei, mit den in der Verordnung genannten Grundstücken, unter anderem an der Frankenwerft und am Buttermarkt. Sie gilt, solange durch den Einstau der mobilen Elemente eine Gefahr droht. Betreten dürfen sie nur Anlieger, also gemeldete Bewohner, Geschäftsleute, Beschäftigte und Lieferanten, die das nachweisen können. Kindergärten und Schulen dürfen dort nicht betrieben werden, Versammlungen sind untersagt.

Ausnahmen gelten für Beschäftigte der Stadt und der StEB sowie für Rettungskräfte. Verstöße sind Ordnungswidrigkeiten; die Altstadt-Verordnung nennt ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro.

Wer den Einsatz leitet

Die Hochwasserzentrale der StEB verfolgt die Maßnahmen aller Beteiligten. Sie arbeitet laut StEB mit dem Amt für Verkehrsmanagement, Feuerwehr, Polizei, THW und DLRG zusammen; ab 9,00 m wird sie je nach Steigerungsrate von weiteren Fachbereichen verstärkt. Die Gesamtleitung liegt bis zum Katastrophenfall bei der Vorständin der StEB. Über 10,70 m Kölner Pegel übernimmt der Oberbürgermeister.

Damit das im Ernstfall klappt, üben die StEB mindestens einmal im Jahr mit städtischen Ämtern und weiteren Organisationen. Zuletzt nennen die StEB eine Übung am 26. und 27.09.2025 an der Bastei und in Niehl sowie eine Übung am 01.02.2026 in der Altstadt – zum 30-jährigen Jubiläum des Hochwasserschutzkonzepts.

OrtStadtteilSchwelle (Pegel)m NHNStatus jetzt
Rheinboulevard (unterer Bereich)Deutz500 cm40,04Unauffällig
Leinpfad RodenkirchenRodenkirchen550 cm40,54Unauffällig
Parkplatz an der BasteiNeustadt-Nord580 cm40,84Unauffällig
Rodenkirchen: Hubtor und AuenviertelRodenkirchen680 cm41,84Unauffällig
Groov in ZündorfZündorf700 cm42,04Unauffällig
Altstadt-Promenade und RheingartenAltstadt-Nord810 cm43,14Unauffällig

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Häufige Fragen

Bis zu welchem Pegel ist Köln vor Hochwasser geschützt?

Das hängt vom Abschnitt ab. Die Hochwasserschutzzonenverordnungen der Stadt Köln nennen 10,70 m für Zündorf-Markt, 11,30 m für die meisten Abschnitte, darunter die Altstadt, und 11,90 m für Poll – Rheinpark Deutz und Worringen. Einen absoluten Schutz gibt es laut Verordnung nicht.

Wann wird das Hubtor in Rodenkirchen geschlossen?

Laut StEB bei 6,80 m Kölner Pegel. Bei 7,00 m folgen die ersten mobilen Wände im Rodenkirchener Auenviertel.

Darf ich mein Auto an der mobilen Wand stehen lassen?

Nein. In der Sperrzone drei bis fünf Meter beiderseits der Wand müssen Fahrzeuge laut Hochwasserschutzzonenverordnung unverzüglich entfernt werden, sonst lässt die Stadt sie auf Kosten der Halter abschleppen.

Wie viele mobile Wände hat Köln?

Laut StEB sind fast 11 km der rund 70 km langen Hochwasserschutzlinie mobile Wände.

Quellen

Die Darstellung dient der Information. Bei Hochwasser- und Gefahrenlagen gelten die Warnungen und Anweisungen der zuständigen Behörden.

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