Die Kölner Altstadt ist der Ort, an dem Hochwasser in Köln am sichtbarsten wird. Hier steht der Pegel, nach dem sich die ganze Stadt richtet, hier verläuft der Rheinufertunnel, und hier werden die mobilen Wände aufgebaut, die die Sicht auf den Rhein an normalen Tagen frei lassen. Dieser Beitrag geht die Altstadt und das gegenüberliegende Deutzer Ufer Stufe für Stufe durch – von der ersten Sperrung bis zur Schließung des Tunnels.
Live · Pegel Köln
118 cm
→ gleichbleibend (±0 cm in 30 Min.)
Vorhersage-Höchststand heute, 29.10., 15:00 Uhr: 121 cm
Stand 29.10.2026, 11:15 Uhr · Zum Live-Pegel
Der Pegel steht mitten in der Altstadt
Der Kölner Pegel steht in der Altstadt, bei Rheinstromkilometer 688. Für die Altstadt ist das praktisch: Was der Pegel zeigt, ist hier unmittelbar abzulesen. Ein Wert von 8,10 m Kölner Pegel entspricht 810 cm auf dieser Seite – Kölner Pegel und PEGELONLINE haben denselben Nullpunkt. Mehr dazu im Beitrag Pegel Köln richtig lesen.
Erste Sperrungen am Rand der Altstadt
Bevor in der Altstadt selbst etwas passiert, sind die Ränder dran.
Gegenüber in Deutz, bei 5,00 m: Der untere Bereich des Rheinboulevards wird gesperrt. Die große Treppe am Deutzer Ufer ist laut Stufentabelle der Stadtentwässerungsbetriebe Köln (StEB) die erste Stelle der Liste, die für Besucher gesperrt wird.
Am Nordende, bei 5,80 m und 6,30 m: Der Parkplatz an der Bastei wird bei 5,80 m gesperrt und ist bei 6,30 m überflutet. Die Bastei markiert zugleich das nördliche Ende des Gebiets, das die Hochwasserschutzzonenverordnung für die Altstadt abdeckt.

Deutz
Rheinboulevard (unterer Bereich)
379 cm Luft bis zur Schwelle bei der Vorhersage-Spitze

Neustadt-Nord
Parkplatz an der Bastei
459 cm Luft bis zur Schwelle bei der Vorhersage-Spitze
Die Altstadt hinter der mobilen Wand
Die Hochwasserschutzzonenverordnung Altstadt Süd – Altstadt Nord der Stadt Köln vom 09.07.2010 betrifft das Ufer von Rheinstromkilometer 686,55 bis 689,40. Das Gebiet reicht vom Severinswall im Süden bis zur Bastei im Norden. Im Westen begrenzen es Straßen wie Heumarkt, Salzgasse, Mauthgasse, Am Frankenturm, der Heinrich-Böll-Platz und das Konrad-Adenauer-Ufer, im Osten das Rheinufer mit Holzmarkt und Bayenwerft.
Geschützt wird dieser Bereich vor allem mit mobilen Wänden. Laut StEB hat das einen städtebaulichen Grund: In der Altstadt sollte die Sichtbeziehung zum Rhein erhalten bleiben. Eine feste, hohe Mauer kam deshalb nicht infrage. Die Verordnung nennt einen Schutz bis 11,30 m Kölner Pegel – mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die Anlagen versagen oder überspült werden können.
8,10 m: Die Promenade wird angeflutet
Bei 8,10 m Kölner Pegel wird laut StEB die Promenade der Kölner Altstadt angeflutet. Am Ufer der Altstadt verläuft die Fußgängerzone Frankenwerft. Angeflutet heißt: Das Wasser erreicht die Promenade. Weitere Stufen folgen in kurzen Abständen:
- 8,30 m – die Schifffahrt auf dem Rhein wird eingestellt, weil die Durchfahrtshöhe unter den Brücken nicht mehr reicht.
- 8,60 m – die ersten Zugänge in der Hochwasserschutzmauer im Rheingarten sind mit mobilen Elementen geschlossen.
Zwischen dem Anfluten der Promenade und dem Schließen der ersten Zugänge im Rheingarten liegen also 50 cm.

Altstadt-Nord
Altstadt-Promenade und Rheingarten
689 cm Luft bis zur Schwelle bei der Vorhersage-Spitze
Was in der Gefahrenzone gilt
Sobald die mobilen Wände aufgebaut werden, gelten in der Altstadt die Regeln der Hochwasserschutzzonenverordnung. Direkt an der Wand, drei bis fünf Meter beiderseits, liegt die Sperrzone. Dort dürfen sich weder Menschen noch Tiere aufhalten, Fahrzeuge müssen entfernt werden, bewegliche Gegenstände wie Mülltonnen oder Fahrräder ebenso.
Daran schließt die Gefahrenzone an. In der Altstadt reicht sie von der mobilen Schutzwand am Bayenturm bis zur Bastei. Die Verordnung nennt die betroffenen Grundstücke einzeln, darunter die ungeraden Hausnummern 1 bis 35 an der Frankenwerft und zahlreiche Häuser am Buttermarkt. Solange durch den Einstau der mobilen Elemente eine Gefahr droht, dürfen nur Anlieger in diese Zone: gemeldete Bewohner, ansässige Geschäftsleute, ihre Beschäftigten und Lieferanten, die das mit Ausweis, Meldebescheinigung oder Gewerbeerlaubnis nachweisen. Kindergärten und Schulen dürfen dort nicht betrieben werden, Versammlungen sind auch in geschlossenen Räumen untersagt.
Wann diese Situation beginnt und endet, stellt laut Verordnung die Stadt Köln, Amt für öffentliche Ordnung, auf Veranlassung der Leitung der Hochwasserschutzzentrale fest und gibt es bekannt. Verstöße kosten laut Verordnung bis zu 1.000 Euro.
10,00 m: Der Rheinufertunnel wird geschlossen
Der Rheinufertunnel führt den Autoverkehr am Rhein entlang unter der Altstadt hindurch; laut OpenStreetMap liegt er im Bereich des Rheingartens. In der Stufentabelle der StEB steht bei 10,00 m Kölner Pegel: „Der Rheinufertunnel ist geschlossen."
Am selben Wasserstand schließen sich laut StEB auf der anderen Rheinseite die Tore der festen Hochwasserschutzwand am Kennedy-Ufer, auf Höhe des Rheinboulevards. Für das Deutzer Ufer nennt die Hochwasserschutzzonenverordnung Poll – Rheinpark Deutz vom 30.08.2017 einen Schutz bis 11,90 m.
10,00 m sind in Köln ein seltener Wert. Laut StEB gab es nach 1995 kein Hochwasser mehr mit einem Wasserstand über 10 Metern. Der höchste Stand seit 2000 waren 9,71 m am 05.01.2003 laut Landesamt für Wasserwirtschaft Rheinland-Pfalz; seit 2011 lag der höchste Scheitel laut StEB bei 8,91 m.

Altstadt-Nord
Rheinufertunnel
879 cm Luft bis zur Schwelle bei der Vorhersage-Spitze
Was die Altstadt schon erlebt hat
Die Geschichte der Altstadt zeigt, warum die Regeln so streng sind:
- 1983 – beim Hochwasser im Mai mit 9,96 m wurde laut StEB die Kölner Altstadt überschwemmt.
- 1988 – zum ersten Mal wurde die neue mobile Hochwasserschutzwand aufgebaut. Sie hielt bis zu einem Pegel von 10 m; der Rhein stoppte bei 9,95 m, die Stadt blieb knapp verschont.
- 1993 – Weihnachten stieg der Rhein auf 10,63 m. Die Schutzwand wurde überspült, Teile der Altstadt standen unter Wasser.
- 1995 – mit 10,69 m noch höher. Dank verbesserter Schutzsysteme waren die Schäden laut StEB nur halb so hoch wie 1993.
- Dezember 2012 – bei 7,83 m wurden vor Weihnachten vorsorglich Teile der mobilen Wand in der Altstadt aufgebaut. Die Wege zum Rhein blieben laut StEB aber erhalten.
- Februar 2013 – bei 7,54 m musste in der Altstadt kein Hochwasserschutz aufgebaut werden.
- 1. Februar 2026 – zum 30-jährigen Jubiläum des Hochwasserschutzkonzepts übten die StEB mit ihren Partnern in der Altstadt.
Die ganze Chronik steht im Beitrag Die großen Rheinhochwasser in Köln.
Praktische Hinweise für die Altstadt
- Mit dem Auto: Fahrzeuge in der Nähe der Wand rechtzeitig wegfahren. Ab 5,80 m ist der Parkplatz an der Bastei gesperrt. Bei 10,00 m ist der Rheinufertunnel geschlossen – dann gilt es, die Innenstadt weiträumig zu umfahren.
- Mit Bus und Bahn: Laut OpenStreetMap halten am Heumarkt die Linien 1, 7 und 9, am Rathaus die Linie 5. Am Deutzer Ufer liegt die Haltestelle Deutzer Freiheit (Linien 1, 7 und 9).
- Zu Fuß: Promenade und Rheingarten bei Absperrungen meiden. Bei laufendem Einsatz gelten Sperr- und Gefahrenzone auch für Zuschauer.
- Als Anwohner oder Geschäft: Nachweis für die Gefahrenzone bereithalten, Keller und Lager rechtzeitig räumen. Was die StEB für die Vorsorge empfehlen, steht im Beitrag Verhalten und Vorsorge bei Hochwasser in Köln.
Für Promenade, Bastei und Tunnel kannst du dich benachrichtigen lassen, sobald die Vorhersage ihre Stufe erreicht.
Häufige Fragen
Ab welchem Pegel wird der Rheinufertunnel geschlossen?
Laut Stadtentwässerungsbetrieben Köln ist der Rheinufertunnel bei 10,00 m Kölner Pegel geschlossen – das sind 1000 cm am Pegel Köln.
Ab wann steht Wasser auf der Altstadt-Promenade?
Laut StEB wird die Promenade der Kölner Altstadt bei 8,10 m Kölner Pegel angeflutet. Bei 8,60 m sind die ersten Zugänge in der Schutzmauer im Rheingarten geschlossen.
Darf ich bei Hochwasser in die Altstadt?
Ja, aber nicht in die Sperrzone an der mobilen Wand. Die Gefahrenzone zwischen Bayenturm und Bastei dürfen laut Hochwasserschutzzonenverordnung nur Anlieger mit Nachweis betreten, solange durch den Einstau eine Gefahr droht.
Bis zu welchem Pegel ist die Kölner Altstadt geschützt?
Die Hochwasserschutzzonenverordnung Altstadt Süd – Altstadt Nord nennt einen Schutz bis 11,30 m Kölner Pegel. Einen absoluten Schutz gibt es laut Verordnung nicht.
Quellen
- StEB Köln – Wasserstandsvorhersage und „Was passiert bei welchem Wasserstand?“
- StEB Köln – Hochwasserschutzbauwerke
- StEB Köln – Hochwassergeschichte Kölns
- StEB Köln – Hochwasserschutzkonzept für die Stadt Köln
- Stadt Köln – Hochwasserschutzzonenverordnung Altstadt Süd – Altstadt Nord (09.07.2010)
- Stadt Köln – Hochwasserschutzzonenverordnung Poll – Rheinpark Deutz (30.08.2017)
- StEB Köln – Kölner Pegel: Wie funktioniert er?
Die Darstellung dient der Information. Bei Hochwasser- und Gefahrenlagen gelten die Warnungen und Anweisungen der zuständigen Behörden.